Institut für Informatik
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Kolloquium Sommersemester 1998

Die Dozenten der Informatik

Frau HD Dr. Ingrid Biehl, TU Darmstadt

spricht über

Copyright-Schutz digitaler Daten mittels Fingerprinting-Verfahren

Datum: Montag, 20. April 1998
Zeit: 15:00 Uhr
Ort: Hörsaal 1, Römerstraße 164

Zusammenfassung

Informationen, z.B. in Form von Bildern, werden in zunehmendem Maße digital gespeichert und beispielweise über das Internet zugänglich gemacht und verbreitet. Eine Reihe fortschrittlicher Multimedia-Broadcasting-Dienste wie Pay-per-View, Video-on-Demand, Teleteaching-Dienste, elektronische Zeitschriften u.ä. sind in Planung, Erprobung oder gar schon im Einsatz. Insbesondere für kommerzielle Dienstleistungen sind Mechanismen zum Copyright-Schutz der vermarkteten digitalen Daten von zentraler Bedeutung.

Beim Copyright-Schutz durch Fingerprinting-Verfahren wird für jeden Käufer eine individuelle Version der zu verkaufenden digitalen Daten (z.B. digitale Bilder) erstellt, indem der Verkäufer absichtlich kleine, für den Käufer nicht erkennbare Fehler in die Originaldaten einfügt. Wird diese Kopie dann illegal vom Käufer an andere weitergegeben und vom Verkäufer gefunden, so kann dieser den betrügerischen Käufer mittels des individuellen Fehlermusters der Daten identifizieren. Neuere Techniken gewährleisten, daß Betrüger auch dann identifiziert werden können, wenn sie Koalitionen bilden und aus ihren individuellen Kopien der gekauften Daten durch Vergleich und Kombination von Teilen eine neue Version konstruieren, die verschieden von jeder Kopie ist, die der Verkäufer jemals verkauft hat.

Allerdings genügt diese Vorgehensweise nicht, um den Betrug eines Käufers z.B. vor Gericht nachzuweisen, denn der Verkäufer selbst kennt natürlich alle verkauften Versionen und kann somit auch die Versionen erzeugen, die eine beliebige Koalition konstruieren kann. Dieses Problem wird durch asymmetrische Fingerprinting-Verfahren gelöst, in denen der Verkäufer die individuelle Version des Käufers nicht kennenlernt, sondern lediglich einen Steckbrief erhält, mit dessen Hilfe er einen Betrüger identifizieren und den Betrug auch gegenüber Dritten nachweisen kann.

Im Vortrag werden die oben skizzierten Modelle und Techniken sowie die neuesten Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet vorgestellt.

LaTeX Version Letzte Änderung: 7. April 1998, 9:52:21


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